Samstag, 28.02.2026, 11 Uhr – Animal Rebellion und Widerstands-Kollektiv blockiert Gas-Ausbau in Wilhelmshaven
Umweltschützer*innen des Widerstands-Kollektivs Oldenburg und von Animal Rebellion Hamburg verhindern zur Stunde mit einer Sitzblockade die geplante, rechtswidrige Rodung im Naturschutzgebiet Voslapper Groden in Wilhelmshaven. Mehrere Personen haben sich angekettet und festgeklebt. Hintergrund der Baum-Fällungen ist der umstrittene Bau eines LNG-Terminals, für den bislang aber keine ordnungsgemäße Baugenehmigung vorliegt. Die Stadt Wilhelmshaven will mit der Begründung, dass diese Maßnahme ja kein direkter Baustart seien und daher nicht abgewartet werden müsste, Fakten schaffen, die Natur unumkehrbar zerstören.

"In diesem Vogelschutzgebiet sind so viele tolle Tiere zu Hause. Aber egal wie laut die Vögel singen, eine politische Stimme haben sie nicht. Um so wichtiger, dass wir uns für sie einsetzen!" erklärt Ebba Schreiber, Biologin, warum sie an der Blockade teilnimmt.
Tatsächlich leben im betroffenen Voslapper Groden, welches ein EU Naturschutzgebiet ist, zahlreiche schützenswerte Vogelarten, darunter mehrere bedrohte Arten. [1]
"Vor lauter Gas-Turbo werden Mensch und Tier vergessen. Dabei lassen sich gefällte Bäume auch dann nicht wieder aufstellen, wenn am Ende doch nicht gebaut werden darf." fasst Katja Schreiner, Pressesprecherin des Widerstands-Kollektivs zusammen."Ähnliches haben wir gerade in Hamburg erlebt, wo durch ein Zusammenwirken von der Waldbesetzung und einer erfolgreichen juristischen Intervention, eine rechtswidrige Rodung verhindert werden konnte. Ziviler Widerstand ist auch am Groden notwendig." [2]

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch keine Genehmigung für den Bau des umstrittenen LNG-Terminals. Ob eine solche Genehmigung überhaupt erteilt werden kann, gilt in Fachkreisen als unsicher. Aktuell sind mehrere Klagen gegen den Bau anhängig wegen der erwarteten Gefahren für Wattenmeer und Naturschutzgebiet. [3,4]
Dabei steht auch die Notwendigkeit des umstrittenen Baus des LNG-Terminals in Frage. Gutachten legen nahe, dass die Versorgungssicherheit auch mit den bereits gebauten Terminals mehr als abgedeckt sei [5]. Zudem wurden zuletzt vermehrt Berichte veröffentlicht, denen zufolge beim Fracking des LNG-Gases in Amerika erhebliche Menschenrechtsverletzungen begangen werden [6]. Auch aufgrund des langen Transportweges seien außerdem die durch Fracking-Gas verursachten Klimaschäden insgesamt etwa so hoch wie bei der Verbrennung von Kohle [7].
Die überwiegend jungen Menschen setzen sich in einer Welt, in der das Lobby-Interesse der Gaskonzerne wirksamen Klimaschutz, genau hier für ein gutes Leben für alle auch für Vielfalt in unserer Mitwelt in diesen Schutzgebiet ein.
Hochauflösende Fotos der Aktion finden sich unter fotos.widerstands-kollektiv.org/
[1] https://www.bund-wilhelmshaven.de/naturschutz/naturschutzgebiet-voslapper-groden/
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/wilder-wald-in-wilhelmsburg-aktivisten-protestieren-gegen-rodung,wilderwald-100.html
[3] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/lng-terminal-im-naturschutzgebiet-baubeginn-ohne-genehmigung,voslappergroden-110.html
[4] https://www.bund-wilhelmshaven.de/themen-und-projekte/klimaschutz-energie/
[5] https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/nordsee-lng-terminal-derzeit-wohl-ueberfluessig-einspeisung-soll-pausiert-werden-zr-93468928.html
[6] https://taz.de/LNG-Boom-in-den-USA/!5975624/
[7] https://www.deutschlandfunk.de/klimaschutz-lng-durch-produktionsprozess-klimaschaedlicher-als-kohle-100.html
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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