Donnerstag, 04.03.2026, 16:00 – Bundesweite Fake-Kampagne verkündet kostenloses Bahnfahren ab dem 1. März
An vielen Bahnhöfen und auf Werbetafeln ist, bundesweit, eine erfreuliche Nachricht zu sehen: Das 0-Euro-Ticket ist da. Die DB macht scheinbar einen großen Schritt in Richtung soziale und ökologische Verkehrswende. Denn schon das 9-Euro-Ticket hatte nicht nur dazu geführt, dass auch Menschen mit wenig Geld das Recht auf Fortbewegung ermöglicht wurde, es hatte auch zu CO2 Einsparung beigetragen (1).
Doch jetzt stellt sich heraus: Das stimmt gar nicht! Es handelt sich um eine Aktion des Widerstands-Kollektivs.

Die Werbe-Kampagne war wohl nur der Auftakt der Kampagne:
„Wir werden in der nächsten Zeit das Angebot ticketfrei zu fahren gerne wahrnehmen und mit Mitreisenden über die Vorteile des 0,- Euro Tickets sprechen.“ sagt Katja Schreiner vom Widerstandskollektiv.
„Es bedeutet ein Ende der sozialen Ausgrenzung durch Ticketpreise. Etwa ¼ der Ticket-Einnahmen wird sowieso für deren Verwaltung aufgebraucht, außerdem müssen jährlich etwa 9000 Menschen im Gefängnis sitzen, weil sie beim Fahren ohne Ticket erwischt wurden, was der Gesellschaft hohe Kosten verursacht. Ein 0-Euro-Ticket macht den Umstieg vom Auto zur Schiene nicht nur für alle attraktiv, sondern zur logischen Konsequenz.“(2)

Das Widerstandskollektiv informiert über Maßnahmen, die Menschen ergreifen können, um Freifahrten für alle zu ermöglichen. Dazu zählt etwa eine heute gestartete Petition unter dem Titel „Statt Flugverkehr zu subventionieren in ÖPNV investieren“.
Denn ein 0-Euro-Ticket für alle ist durchaus finanzierbar, wenn die Subventionen für Flugverkehr, Dienstwagenprivileg, Autokäufe und Pendlerpauschale umgewidmet werden.(3)
Die Petition findet sich unter www.change.org/p/0-ticket-f%C3%BCr-alle-statt-privatjets-f%C3%BCr-wenige
Die Petition richtet sich an das Bundesverkehrsministerium. Dieses hatte zuletzt die Luftverkehrssteuer reduziert, während gleichzeitig das Deutschland-Ticket wieder teurer wurde.
„Klimaschutz ist eine Überlebensfrage und Klimaschutz kann nur sozial gerecht gelingen. Die jüngste Verteuerung des Deutschlandtickets ist ein Paradebeispiel für politisches Systemversagen auf Kosten der Zukunft. Deswegen nehmen wir es nun selbst in die Hand. Damit setzen wir uns aktiv für Klimaschutz und gegen die immer absurdere Ungleichheit ein.“ erklärt Dr. Dieter Martin (68 J.), der ebenfalls an der Aktion beteiligt war.
Tatsächlich hat die ungleiche Vermögensverteilung extreme, das Klima und die Demokratie zerstörende, Ausmaße erreicht (4)(5). Dagegen braucht es zivilgesellschaftlichen Widerstand.
Vielfältige, bundesweite Aktionen zum 0-Euro-Ticket werden in den nächsten Wochen folgen.
(1) https://www.spiegel.de/auto/9-euro-ticket-spart-fast-zwei-millionen-tonnen-co-ein-a-cabaabcf-e7e7-4914-850f-daa9e820c64b
(2) https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/schwarzfahren-gefaengnis-freikauf-initiative-freiheitsfonds-100.html
(3) https://www.handelsblatt.com/politik/steuerverguenstigungen-pendlerpauschale-dienstwagenprivileg-diese-subventionen-kosten-den-staat-viele-milliarden/28623450.html
(4) https://taz.de/Studie-zur-Reichtumsverteilung/!6146404/
(5) https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimakrise-superreich-budget-oxfam-100.html
Weitere Links im Zusammenhang mit klimaschädlichen Subventionen und rund um fahrscheinlosen ÖPNV:
https://www.transportenvironment.org/te-deutschland/themen/flugzeuge/kosten-der-luftfahrt
https://www.adv.aero/wp-content/uploads/2025/11/ADV-PM-28-2025-Entlastungspaket-f%C3%BCr-den-nationalen-Luftverkehr-beschlossen.pdf
https://taz.de/Stetige-Verteuerung/!6158517/
Betrifft Stellungnahme von Richterbund zu ÖPNV ohne Fahrschein:
https://www.drb.de/positionen/stellungnahmen/stellungnahme/news/14-2023
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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Bundesweiter Presseverteiler des Widerstands-Kollektivs: widerstands-kollektiv.org/presseregistrierung
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