Berlin, 25.03.2026, 13:30 – Riesiges Banner am Berliner Hauptbahnhof fordert Einführung des kostenfreien Nahverkehrs
Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs haben das Gebäude des Berliner Hauptbahnhofs erklettert und ein riesiges Banner an der Fassade des Bahnhofsgebäudes aufgehängt. Auf dem Banner ist zu lesen: „Weniger Flieger für Fritze, mehr 0€ Ticket für alle“. Das Banner ist Teil der aktuellen Kampagne des Widerstands-Kollektivs für einen kostenfreien Nahverkehr. Seit Anfang März tritt das Widerstands-Kollektiv mit verschiedenen Aktionen dafür ein, dass klimaschädliche Subventionen umgewidmet werden für einen ticketfreien ÖPNV. [1,2]

„Mit Fliegen, Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale wird eine umwelt- und klimazerstörende Form der Mobilität finanziell gefördert, gleichzeitig ist das Deutschlandticket noch teuer geworden. Diese Ungerechtigkeit ist empörend.“ sagt Lino Krüger (25 J.) und ergänzt: „Es ist doch, nicht erst seit dem Iran-Krieg – klar, dass wir insgesamt dringend weniger Energie verbrauchen müssen, also möglichst viele auf Bus, Bahn, Fahrrad und Füße umsteigen sollten. Das wird nur funktionieren wenn das Geld in diese Formen der Mobilität fließt.“
Neben dem Umlenken der klimaschädlichen Subventionen für Kerosin und den individuellen Automobilverkehr fordert das Widerstands-Kollektiv auch eine Übergewinnsteuer für die vom Iran-Krieg profitierenden Ölkonzerne [3]. Genutzt werden sollen die Einnahmen nicht um Tankrabatte zu finanzieren, sondern energiesparsame Mobilität zu fördern: So fordert das Widerstands-Kollektiv Bahn statt Autobahn und 0,- Ticket für alle, statt Privatjets für wenige.
Unterschriften für das Anliegen werden in einer Petition gesammelt: actionnetwork.org/petitions/0-ticket-fur-alle
Noah (19 J.) vom Widerstands-Kollektiv dazu: „Das 0,- Ticket ist ein wichtiger Teil einer sozialen und ökologischen Verkehrswende. Es ist absurd, dass etwa 9000 Menschen jährlich im Gefängnis sitzen, weil sie ohne Ticket erwischt wurden. Alle sollen ein Recht auf Fortbewegung haben und gleichzeitig muss der Verkehrssektor endlich klimafreundlich umgestaltet werden.“

Da auf einen Kanzler mit Privatflieger und eine von Lobbyisten geführte Regierung nicht zu hoffen ist, nehmen wir die Sache selbst in die Hand. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Menschen zu unterstützen, die ohne Ticket unterwegs sind. Wir rufen dazu auf in dieser Hinsicht solidarisch zu sein, gleichzeitig respektieren wir die anstrengende Arbeit der Bahnangestellten. Sie sollten sich darauf konzentrieren können allen Reisenden zu helfen, anstatt für den Staat Gelder eintreiben zu müssen.
[1] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-null-euro-ticket-adbusting-li.3440056
[2] https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/kostenlos-bahn-fahren-mit-0-euro-ticket-das-steckt-hinter-den-plakaten-in-chemnitz-dresden-und-leipzig-artikel14161091
[3] https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/%C3%B6lkonzerne-profitieren-vom-iran-krieg-ist-eine-%C3%BCbergewinnsteuer-f%C3%A4llig/ar-AA1Ywsh8
Hochauflösende Fotos: fotos.widerstands-kollektiv.org/
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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