Leimen & Eppelheim, 16.4.26 – Heidelberg Materials Werke in Leimen und Eppelheim gleichzeitig blockiert
Unterstützer*innen der Gruppe End Cement haben heute ab 12 Uhr die Zufahrt zum Zementwerk von Heidelberg Materials in Leimen bei Heidelberg blockiert. Zeitgleich wurde am Betonwerk im nahegelegenen Eppelheim ein großes Banner mit der Aufschrift „Klimakiller!“ angebracht.
Vor dem Werk in Leimen sitzen zur Zeit 28 Aktivist*innen auf der Straße und verhindern so die Ein- und Ausfahrt von LKW. Die Aktion waren im Vorfeld öffentlich angekündigt worden. Eine Person ist angeklebt, andere wurden von der Polizei daran gehindert. Begleitet wird die Blockade von Musik, Gesang und einem bunten Bild aus Bannern und Transparenten.
“Wie angekündigt legen wir heute die Zementproduktion in Leimen lahm. Solange Heidelberg Materials weiter Milliarden mit der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen verdient, werden wir nicht tatenlos zusehen”, erklärt Nola (25), die mit auf der Blockade sitzt. „Die Zementindustrie zählt weltweit zu den größten Klimatreibern. Heidelberg Materials ist in vielen Ländern, von Indonesien über Togo bis nach Australien und Palästina, für massive Umweltschäden und Völkerrechtsbruch verantwortlich. Das muss ein Ende haben!“
Die zeitgleiche Aktion am Standort Eppelheim, bei der ein Banner an dem Betonwerk des Konzerns angebracht wurde, soll den Protest sichtbar auf zwei Standorte ausgeweiten.
Die Aktionen sind Teil einer Serie von Protesten gegen die Zementindustrie und insbesondere gegen Heidelberg Materials gerichtet. Bereits in der Vergangenheit hatte die Gruppe wiederholt Werke blockiert und auf die hohen CO₂-Emissionen sowie weitere Umwelt- und Menschenrechtsvorwürfe aufmerksam gemacht.
„Wir erleben hier das organisierte Weiter-so einer Industrie, die längst keine Zukunft mehr hat und auch nicht haben darf. Eine echte Bauwende ist überfällig: weniger Beton, mehr Umbau, mehr
nachhaltige Materialien“, so Nora weiter. „Wenn Politik und Konzerne nicht handeln, müssen wir den Druck selbst erhöhen.“
Die Gruppe hat weitere Aktionen angekündigt. So soll am Samstag, den 18. April um 14 Uhr am Theater Heidelberg eine ironische “Grau statt Grün”-Demo beginnen. Bis zum 20. April findet außerdem das End Cement Camp gegenüber der Hauptzentrale von Heidelberg Materials statt.
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen. Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
End Cement ist eine Kampagne rund um die Zementindustrie und insbesondere Heidelberg Materials als deutscher Konzern mit den höchsten CO2-Emissionen. Zurzeit läuft eine Protestwelle. Teil davon ist auch ein Protestcamp direkt an der Konzernzentrale bis zum 20. April.
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Dorothee Hildebrandt
Teil des Presseteams End Cement
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