Berlin, 19.08.26 – Platte SUVs von Sylt bis Charlottenburg
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Mitglieder des Widerstands-Kollektivs erneut selbst Hand angelegt und SUVs in Berlin stillgelegt. Mit Linsen, die sie in die Ventile drehten, ließen sie Luft aus den Reifen von ca 20 SUVs in Berlin Charlottenburg.

Anlass für diese Aktion seien die Hitzewellen der letzten Wochen gewesen, erklärt das Kollektiv auf den Info-Zetteln, die sie bei den betroffenen Fahrzeugen unter die Scheibenwischer klemmen.
“In den letzten Wochen hat es überall in Europa gebrannt und eine Hitzewelle folgt auf die nächste. Während die Verantwortlichen in der Politik es noch immer nicht hinkriegen, irgendwelche Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen, haben wir uns entschieden, selbst Hand anzulegen und unseren Beitrag zu leisten. SUVs gießen Öl ins Feuer der Klimakatastrophe, deshalb müssen sie stillgelegt werden”, erklärt uns eine der beteiligten Personen.
In den letzten Monaten kam es immer wieder zu derartigen “Do-it-yourself”-Klimaschutz-Aktionen, zuletzt wurden auf Sylt über 50 SUVs stillgelegt.
“Ob auf Sylt oder in Charlottenburg - SUVs sind einer der sinnlosesten CO2-Schleudern überhaupt. Es muss ja wirklich nicht sein, 3 Tonnen Stahl mit sich herumzufahren”, so eine weitere beteiligte Person. Außerdem nähmen die SUVs gerade in einer Stadt wie Berlin unfassbar viel Raum ein, nicht nur auf Straßen, sondern auch durch die vielen Parkplätze. “Wenn diese Flächen entsiegelt und z.B mit Bäumen bepflanzt werden, dann würde das gerade in den heißen Sommermonaten die Straßen kühlen, Schatten spenden und die Luftqualität verbessern.” Forschungen zeigen, dass Bäume im städtischen Raum einen Kühlungseffekt von bis zu zwölf Grad Celsius haben. (1)

Am Ende des Flyers macht die Gruppe nochmals deutlich, dass es Ihnen nicht darum geht, einzelne SUV-Fahrende zu ärgern, sondern einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: “Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahme, die Menschenleben schützt und die Luftqualität im Kiez verbessert. Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag und einen angenehmen, zerstörungsärmeren Weg, wohin auch immer Sie fahren wollten.”
In Anbetracht der fortschreitenden Eskalation der Klimakatastrophe sind vermutlich weitere Aktionen dieser Art zu erwarten.
In diesem Sinne freundliche Grüße vom Presseteam des Widerstands-Kollektivs.
Pressekontakt: Tel. 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org
[1] https://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/das-kuehlungpotential-der-baeume/
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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