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Berlin, 23.08.26, – Zebrastreifen in allen Farben des Regenbogens für einen sicheren Schulstart

Ausgestattet mit nicht mehr Pappe als Lineal, bunter Kreide und pinken Warnwesten haben Unterstützer*innen des Widerstandskollektivs heute Abend den Zebrastreifen erneuert, der eine sicherere Überquerung der Wallstraße am U-Bahnhof Märkisches Museum erlaubt. Der offenen Einladung zur Kunstaktion waren eine handvoll Menschen gefolgt. Zusammen errichteten sie den mehrfarbigen Zebrastreifen an der Stelle, wo der erste im November letzten Jahres übermalt wurde.

 

 

 

 

„Am Montag ist wieder Schulanfang, und der Weg über die Straße ist immer noch gefährlich. Solange das so bleibt, werden wir den Zebrastreifen immer wieder auf die Straße malen“, sagt ein Unterstützer vom Widerstandskollektiv Berlin, die heute an der Aktion beteiligt war.

 

 

 

Die Sicherheit der Querungen an den Ausgängen der U-Bahnstation Märkisches Museum sind seit längerer Zeit ein Thema im Kiez. Auf der südlichen Straßenseite der Wallstraße befindet sich die Evangelische Schule Berlin Zentrum. Schüler*innen der Schule hatten eine Petition gestartet und sammelten fast 4000 Unterschriften dafür [1]. Ein Antrag der Fraktion Die Linke (Drucksache 1768/VI) in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte (BVV Mitte) wurde im März letzten Jahres abgelehnt [2]. Aber warum eigentlich?
Bei der Einrichtung eines Fußgänger*innenüberweges hat sich die Autogesellschaft allerlei Schikanen ausgedacht [3]: Maximal ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung, keine Tempo-30-Zone, keine Ampeln in der Nähe, und schließlich auch: nicht an abknickenden Vorfahrtsstraßen. Wenn Autofahrende abbiegen, und das tun sie auch an abknickenden Vorfahrtsstraßen, dann haben Zufußgehende Vorrang. Diese Regelung ist vielen Menschen nicht bekannt und trotzdem wird eben diese Regelung als Rechtfertigung für das explizite Verbot von Zebrastreifen in Situationen wie in der Wallstraße benutzt.

 

 

„Ich finde es verwirrend und unfair, dass Kinder hier gefährdet werden, wenn sie von oder zur U-Bahn wollen, obwohl eigentlich die Autos warten müssen. Das machen sie aber so gut wie nie! Toll, dass es jetzt einen bunten Hinweis auf der Straße gibt“, sagt eine Passantin, nach der Benutzung des bemalten Überwegs.

 

 

 

Der fuss e.V greift explizit die abknickende Vorfahrtsstraße als Beispiel auf, in der Zufußgehende besonders gefährdet sind. Eine dauerhafte Lösung wäre die Einrichtung einer sicheren Schulzone vor der Evangelischen Schule, in der nur noch Bus- und Radverkehr erlaubt sind. Eine solche Schulzone wurde bereits an andere Stelle im Bezirk Mitte eingerichtet, vor dem Max-Planck-Gymnasium in der Singerstraße. Die Senatsverkehrsverwaltung, die für den Abschnitt der Wallstraße verantwortlich ist, verweigert sich bisher. Sollte sich das nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus nicht ändern, werden die Regenbogenzebras zurückkehren.


In diesem Sinne freundliche Grüße vom Presseteam des Widerstands-Kollektivs. 

Pressekontakt: Tel. 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org


[1] weact.campact.de/petitions/ein-zebrastreifen-fur-die-wallstrasse
[2] bvv-mitte.berlin.de/pi-r/to020_r.asp?TOLFDNR=182015
[3] www.fuss-ev.de/alles-ueber-fussverkehr/wege-und-regeln/fahrbahnen-kreuzen/zebrastreifen/
 

 

Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat. 

Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.

Pressekontakt:
Tel: 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org
Bundesweiter Presseverteiler des Widerstands-Kollektivs: widerstands-kollektiv.org/presseregistrierung
Fotos zu diesen und weiteren Aktionen: photos.widerstands-kollektiv.org

Pressebegleitung:
Falls Sie Interesse an Hintergrundgesprächen und Interviews haben oder unseren Protest medial begleiten wollen, melden Sie sich gerne unter den angegebenen Pressekontakten. Weitere Infos zum Widerstands-Kollektiv finden sie hier: www.widerstands-kollektiv.org

 

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