Berlin, 29.08.26 – Verkehrswende in Berlin-Moabit selbstgemacht: Widerstandskollektiv errichtet Regenbogenzebrastreifen auf der Paulstraße
Ein Zebrastreifen zur Einschulung
Der bunte Fußgänger*innenüberweg am U-Bahnhof Märkisches Museum von letzter Woche hat nun ein Pendant über die Paulstraße in der Nähe vom Schloss Bellevue. Ehrenamtliche Widerstandskünstler*innen legten den mehrfarbigen Zebrastreifen auf dem Überweg am Spreeufer an, direkt vor der Anne-Frank-Grundschule.

„Wir haben schon so viel versucht, um hier einen Zebrastreifen zu bekommen, jetzt macht ihr es einfach selbst“, sagt eine begeisterte Mutter, die von der Einschulung ihres Kindes kommt, als der neue Zebrastreifen gerade eingerichtet wird.
Engagierte Eltern bemühen sich seit mehreren Jahren um die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Paulstraße ist eine vielbefahrene Hauptstraße zwischen Großem Stern und Alt-Moabit. Auf dem Abschnitt, an dem zwei Schulen und eine Kita liegen, forderten sie in einer Petition konsequente Maßnahmen wie die Errichtung von 3 Zebrastreifen [1]. Die Petition erhielt fast 2000 Unterschriften, aber Ende Juni stellten ihre Initiator*innen frustriert fest, dass sie gescheitert ist. Der Abgeordnete Jian Omar (Bündnis 90/Die Grünen) stellte zwei Schriftliche Anfragen zur Situation in der Paulstraße an den Senat, zuletzt im März diesen Jahres [2][3]. In den Antworten lehnt der Senat weitere Sicherungsmaßnahmen ab.
Bei der Einrichtung eines Fußgänger*innenüberweges hat sich die Autogesellschaft allerlei Schikanen ausgedacht [4]. Die CDU-geführte Senatsverwaltung rechtfertigt ihre Verweigerungshaltung damit, dass Zebrastreifen nicht in unmittelbarer Nähe von Ampeln angelegt werden dürfen. Die Vorschrift soll dafür sorgen, dass Autos ungehindert vorankommen können, zulasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen. Diese autozentrierte Politik zeigt sich auch in der neusten Vorschrift der Verkehrssenatorin, die sich gegen die Einrichtung von Pollern zur Verkehrsberuhigung in den Kiezen richtet [5].

„Meine Tochter geht in die dritte Klasse, und ich traue mich nicht, sie alleine zur Schule gehen zu lassen. Morgens haben wir richtig Probleme, über die Straße zu kommen. Vielen Dank für Eure Aktion!“

„Wir laden alle ein mit uns aktiv zu werden. Organisiert euch, kommt in den Widerstand. Auf die Politik können wir uns nicht verlassen, deshalb machen wir es selber“, sagt ein beteiligter Künstler, während er einen grünen Streifen auf der Straße ausfüllt.
In diesem Sinne freundliche Grüße vom Presseteam des Widerstands-Kollektivs.
Pressekontakt: Tel. 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org
[1] www.change.org/p/mehr-sicherheit-f%C3%BCr-die-paulstra%C3%9Fe-in-moabit
[2] pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21172.pdf
[3] pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-25676.pdf
[4] www.fuss-ev.de/alles-ueber-fussverkehr/wege-und-regeln/fahrbahnen-kreuzen/zebrastreifen/
[5] www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/08/berlin-kiezpoller-senat-bonde-regel-verschaerfung.html
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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