Hamburg, 30.06.2026 - Verkehrsberuhigung durch Fahrrad-Blockade
Am Mittwoch den 30.09. legten Aktivist*innen des Widerstands-Kollektivs einen Kreisel im Herzen der Sternschanze lahm. Dafür fuhren 11 Fahrradfahrende in den Kreisel der Lager-/Schanzenstraße. Durch die Fahrräder im Kreisel hat sich der Verkehr in diesem Bereich der Schanze beruhigt. Autos standen, die Straßen wurden ruhiger Passant*innen freuten sich.
Die Aktivist*innen fuhren immer wieder in den Kreisel im Schanzenviertel und drehten dort ein paar Runden.
“Dass Autos langsamer fahren ist sehr wichtig für Sicherheit von Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen. Denn gerade sie werden im Straßenverkehr oft übersehen und gehören gleichzeitig zu den verletzbarsten Gruppen”, sagt Lotta vom Widerstandskollektiv.
Aber nicht nur auf die fehlende Sicherheit haben die Aktivist*innen aufmerksam gemacht. Auch haben sie es geschafft die Schanze wieder attraktiver zum Einkaufen zu machen. So bringen verkehrsberuhigte Einkaufsstraßen den Geschäftsbesitzer*innen oft mehr Umsatz. Denn weniger Verkehr führt nicht zu weniger Menschen. Ganz im Gegenteil, gibt es weniger Verkehr fühlen sich Menschen eher eingeladen zu bleiben. Zudem zeigen Statistiken, dass ohne Auto auch öfter eingekauft wird (1) (2).
Gleichzeitig sind Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung eine direkte Unterstützung für den Klimaschutz. In Zeiten in denen die Klimakatastrophe immer stärker wird und auch in Deutschland immer spürbarer, können verkehrsberuhigte Bereiche zum Klimaschutz beitragen. Langsame Autos bedeuten nämlich auch weniger Treibhausgase. (3)
“Wie kann es sein, das trotz dem Zukunftsentscheid immer noch so wenig auf Hamburgs Straßen verändert? Wenigstens die Schanze zu einer verkehrsberuhigten Zone zu machen wäre von heute auf morgen umsetzbar. Anscheinend sieht der Senat die Dringlichkeit nicht, obwohl das Klima immer weiter eskaliert“, äußert Johann wutentbrannt nach der Fahrrad-Blockade.

“Wir brauchen dringend wider Städte für Menschen statt für Autos. Die Stadt hat keine Begründung für diesen Autowahn.” so Lotta vom Widerstandskollektiv, “vielmehr muss auch den Verantwortlichen klar sein, wie sich die Sommer anfühlen werden, wenn die Klimakrise weiterhin so eskaliert. Denn obwohl klar ist das die Klimakrise schon jetzt viele Menschenleben nimmt, machen wir oft nur weiter wie bisher. Deswegen haben wir die Veränderung selbst in die Hand genommen und mit unserer fahrradfahrenden Kreisel-Blockade einfach mal angefangen”.
(1) https://www.hamburg.de/resource/blob/1057708/e43700e0900b2cf1ce35ed38f07352ff/mobiforum-25-impuls-bauer-data.pdf
(2) https://www.hamburg.de/resource/blob/1057708/e43700e0900b2cf1ce35ed38f07352ff/mobiforum-25-impuls-bauer-data.pdf
(3) https://www.klimaschutz-bewegt.de/anlaufstelle/verkehrsberuhigung/
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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