Hamburg, 01.10.2026 – Fahrräder blockieren Straßen in Hamburg
Am Nachmittag den 1.10, tauchten an 3 Stellen im Hamburger Schanzen- und Grindelviertel Fahrräder mitten auf der Straße auf und blockierten sie damit teilweise. Dabei waren die Besitzer wohl immer “kurz beim Bäcker”. Hinter der Aktion stecken Aktivist*innen vom Widerstands-Kollektiv.

“Mit der Aktion haben wir auf eine alltägliche Situation von Autofahrenden aufmerksam gemacht. Zu oft werden Autos schnell auf der Straße oder auf dem Radweg abgestellt, um “kurz zum Bäcker” zu gehen”, berichtet Katja Schneider vom Widerstands-Kollektiv.
Dabei kommt es nicht selten vor, dass “Kurzparkende” Autos mitten auf der Straße abgestellt werden. Das führt zu gefährlichen Situationen für Fahrradfahrende. Diesen wird nicht nur Weg und Sicht abgeschnitten, vielmehr sind sie darauf darauf oft angewiesen, auf der entgegen gesetzen Fahrbahn zu fahren. Auch der adfc hat dieses Problem bereits erkannt und weißt auch die Gefahr für Fahrradfahrend durch regelwidrige parkende Autos hin (1).
Heute hat das Widerstands-Kollektiv zurück geparkt und Fahrräder auf der Fahrbahn platziert. Diese trugen die Aufschriften “Bin noch kurz beim Bäcker”; “bin noch kurz in der Apotheke” und “hole kurz ein Paket ab”. Die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich, zwischen verwirrten Blicken bis hin zu eigenhändigen Umparken.

Trotzdem mussten die Autos hin und her rangieren, was auch zu weniger Tempo im Autoverkehr führte.
“Bei einem Fahrrad können die Autofahrenden sehr einfach selbst eingreifen, parkt ein Auto mitten auf der Straße oder auch dem Radweg ist das nie eine Option”, ergänzt Johann, “es braucht dringend einen Straßenverkehr, welcher von allen sicher genutzt werden und nicht durch parkende Autos unterbrochen wird.”
(1) http://adfc.de/artikel/unfallforschung-parkende-fahrzeuge-sind-gefahr
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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