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Berlin, 30.05.2025, 02:00 Uhr – weiterer Radweg in Berlin angelegt

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs erneut einen Fahrradweg angelegt. Der neue Radweg mit deutlich erkennbaren Fahrradpiktogrammen befindet sich im Berliner Norden in der Stargardtstraße. Dort hatte der Berliner Senat selbst einen Radweg geplant und genehmigt, allerdings wurde die Finanzierung zurückgezogen und der Radweg nie gebaut. Deshalb haben sich engagierte Menschen zusammengetan und den Bau des Radweges selbst in die Hand genommen. Leider hat die Polizei nach nur hundert Metern den weiteren Bau verhindert und zwei Menschen festgenommen. Deshalb hört der Fahrradweg einfach hier auf.

Eine der beteiligten Personen erklärt uns: "Der Berliner Senat weigert sich, die bereits geplanten Fahrradwege zu finanzieren. Stattdessen stecken sie das Geld in den überteuerten Ausbau der A100, der 250.000€ pro Meter Autobahn kostet. Ich will, dass alle Menschen sicher durch die Stadt kommen, auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Deshalb engagiere ich mich hier im Widerstands-Kollektiv."
Eine weitere Person ergänzt: "Wir malen die Radwege ehrenamtlich und unbezahlt, weil es der Berliner Senat nicht hinbekommt. Ich finde es beunruhigend, dass die Polizei dafür Menschen festnimmt und ihnen Sachbeschädigung vorwirft. Es ist doch eine Sachverbesserung, von der alle profitieren."

Passant*innen lobten die Aktion und freuten sich über den neuen Radweg.


In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wollten die Ehrenamtlichen ihr Engagement fortsetzen. Mit weißer Farbe, Pinseln und Schablonen wollten sie einen Radweg am Mittelweg in Neukölln anzulegen – in unmittelbarer Nähe mehrerer Schulen. Auch diese Straße wurde vom Berliner Senat bereits als Fahrradstraße geplant, aber ebenfalls nie gebaut.
Doch noch bevor die Aktion beginnen konnte, hat die Polizei mehrere Personen in Handschellen gelegt und festgenommen und so den Bau dieses Radwegs verhindert.


"Der Berliner Senat weigert sich, die geplanten Radwege zu finanzieren und bauen. Also machen wir das ehrenamtlich. Es ist doch absurd, dass die Polizei dieses Engagement mit solcher Vehemenz zu verhindern versucht.", so eine der festgenommenen Personen. 
"Wir wollen mit unseren Aktionen mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer schaffen, die am meisten vergessen werden. Radfahrende und Kinder. Während Autos immer mehr Raum einnehmen, wird der Platz für einen sicheren Weg zur Schule oder zur Arbeit immer weniger. Das ist gefährlich. Ein gerechter Straßenverkehr ist ein wichtiger Schritt für das gute Leben für alle“, sagte Luca (24) noch vor Ort.

Das Widerstands-Kollektiv ist bundesweit am Bau neuer Radwege beteiligt. Am vergangenen Montag wurden neben Berlin auch in Bremen und Hamburg neue Radwege gebaut. Weitere Aktionen werden angekündigt, insgesamt wollen die Ehrenamtlichen 5 Kilometer neue Radwege anlegen, fast zwei Kilometer wurden bereits angelegt. Im Rahmen dieser Radweg-Kampagne ruft das Widerstands-Kollektiv zu spenden auf, mit einem Euro können Unterstützer*innen den Bau von einem Meter Fahrradweg ermöglichen.

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Das Widerstands-Kollektv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat. 

Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat. Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht weiterhin die Notwendigkeit von sozial gerechtem Klimaschutz. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Sie versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen. Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege aufgemalt. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stilllegung von SUVs.

Pressekontakt:
Tel: 030 50930 4086
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Bundesweiter Presseverteiler des Widerstands-Kollektivs: widerstands-kollektiv.org/presseregistrierung
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