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Ulm, 03.06.2025, 23:50 Uhr – Kampagnenstart zum Tag des Fahrrads: Radweg in der Frauenstraße in Ulm über Nacht aufgetaucht

Zum Start der Radwegkampagne des Widerstands-Kollektivs Ulm haben Engagierte heute Nacht in Ulm einen Radweg in der Frauenstraße zwischen Schaffnerstraße und Olgastraße gemalt.

„Kinder und Jugendliche der Martin-Schaffner-Schule, der Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule und der umliegenden Gymnasien fahren hier täglich mit dem Fahrrad entlang. Die Stadt Ulm stellt hier Autoparkplätze über die Sicherheit der Radfahrenden. An dieser Stelle hört der Radweg einfach auf und man wird von parkenden Autos auf die Straße gedrängt. Die von uns aufgebrachte Markierung verbindet die Teile des Radwegs zwischen Schaffner- und Olgastraße auf der Frauenstraße und sorgt durch Radpiktogramme für Sichtbarkeit. Das war lange überfällig“, sagt Bea vom Widerstands-Kollektiv Ulm.

Die Radverkehrsstruktur der Stadt Ulm und Neu-Ulm ist wie in vielen anderen Städten mangelhaft und gemessen an der Anzahl der Radelnden nicht ausreichend. (1) Dabei ist Radfahren die Mobilität der Zukunft, kostengünstig, klimafreundlich und schnell. In Sachen Sicherheit gibt es viel Potential, aktuell sind viele der Radwege in schlechtem Zustand, zu eng oder die Wege müssen sich mit anderen Fahrzeugen geteilt werden. (2)

2011 wurde das Aktionsbündnis „FahrRad in Ulm“ gegründet, mit dem sich die Stadt Ulm das Ziel von einem Radverkehrsanteil von 11% auf 20 % bis 2020 gesteckt hat. (3) Dieses wurde weit verfehlt. Das neu gesetzte Ziel sollte 25 % Radverkehrsanteil sein bis 2025. Wie die tatsächlichen Zahlen dazu heute aussehen, ist unbekannt. Bürgermeister Tim von Winning reagierte bei der Vorstellung des Klimaschutzkonzeptes Ende Mai ausweichend auf die Frage, ob dieses Ziel erreicht wurde.

Positivbeispiele aus anderen Städten gibt es genug: Paris, Kopenhagen, Zürich, Utrecht, Groningen. Zu den Maßnahmen gehören: Tempo 30 in Städten, autofreie Zonen in Superblocks und alternative Angebote schaffen. Die Effekte sind messbar: weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung, weniger CO2-Ausstoß und mehr Lebensqualität. (4) Das Widerstands-Kollektiv Ulm nimmt die Dinge nun selbst in die Hand und beginnt mit der Umsetzung lange überfälliger Maßnahmen. Das nächste offene Treffen in Ulm findet statt am 17. Juni 2025, um 18 Uhr. Treffpunkt ist vor der Stadtbibliothek. Kommende Veranstaltungen finden sich in Kürze auf Instagram unter @widerstands_kollektiv_ulm.

Sie kennen eine oder mehrere Stellen in Ulm, an denen es gefährlich ist, Rad zu fahren und an denen Verbesserungspotential bestünde? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an ulm@widerstands-kollektiv.org.

Das Widerstands-Kollektiv ist bundesweit an der Umsetzung neuer Radwege beteiligt. In der vergangenen Woche wurden auch in Bremen, Berlin und Hamburg neue Radwege gemalt. Weitere Aktionen werden angekündigt, insgesamt wollen die Ehrenamtlichen fünf Kilometer neue Radwege anlegen, fast zwei Kilometer wurden bereits geschafft. Im Rahmen dieser Kampagne ruft das Widerstands-Kollektiv zu Spenden auf. Mit einem Euro können Unterstützende einen Meter Radweg ermöglichen. Hier können Sie dafür spenden: https://chuffed.org/project/widerstands-kollektiv-werde-fahrradweg-pate 

 

Werde Radwegpat*in 

Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat. 

Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.

Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.

Pressekontakt:
Tel: 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org
Bundesweiter Presseverteiler des Widerstands-Kollektivs: widerstands-kollektiv.org/presseregistrierung

Pressebegleitung:
Falls Sie Interesse an Hintergrundgesprächen und Interviews haben oder unseren Protest medial begleiten wollen, melden Sie sich gerne unter den angegebenen Pressekontakten. Weitere Infos zum Widerstands-Kollektv finden sie hier: www.widerstands-kollektiv.org