Ulm, 27.06.2025, 3:45 Uhr – Polizei verhindert nächtliche Aktion am Rathaus in Ulm
Erneute Aktion des Widerstandskollektivs Ulm. In der vergangenen Nacht haben Engagierte in Ulm einen Zebrastreifen direkt vor dem Rathaus in der Neuen Straße malen wollen. Die verwendeten bunten Regenbogenfarben sollten ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung setzen.
„Die überfällige Verkehrswende macht den Zebrastreifen notwendig und steht für ein fußgängerfreundliches Ulm. Es ist hier nicht eindeutig geregelt, dass Zufußgehende dort Vorrrang hätten. Dies ist vor allem für Kinder und ältere Menschen sehr gefährlich. Ein Zebrastreifen an dieser hochfrequentierten Stelle schafft eine weg- und zeitsparende Überquerungsmöglichkeit neben der Ampel. Sie liegt zu weit weg, viele überqueren daher die Straße zwischen Rathaus und Hans und Sophie Scholl Platz“, so Ela vom Widerstands-Kollektiv Ulm über die Aktion.
Im Rahmen des sogenannten Pride-Months soll durch die Regenbogenfarben damit für die LGBTQIA+ Community ein Zeichen für Vielfalt, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung gesetzt werden. Auch heute sind queere Menschen oft von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Wir stehen für eine offene und gerechtere Gesellschaft ein.
Diese Selbsthilfeaktion fand im Rahmen einer bundesweiten Zebrastreifen-Aktion vom Widerstands-Kollektiv statt. In vielen Städten, u. a. in Göttingen, Berlin, Hamburg und Oldenburg greifen dieser Tage engagierte Menschen zum Pinsel. Sie malen Zebrastreifen, um die so dringend benötigte klima- und menschenschützende Verkehrswende voran zu bringen.
Mit dem angefangenen Zebrastreifen schließt das Widerstandskollektiv an ihre Aktion vor etwa drei Wochen an: Dort hatte die Gruppe einen Radweg in Schulnähe in der Frauenstraße aufgemalt. Damit sollen längst überfällige Maßnahmen selbst umgesetzt werden, welche von der Politik hier im Gegensatz zu anderen Städten seit Jahren nicht angegangen werden. Dazu gehören etwa Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 30, autofreie Zonen und die Schaffung alternativer Angebote. Positivbeispiele aus anderen Städten gibt es genug: Paris, Kopenhagen, Zürich, Utrecht, Groningen. Die Effekte sind messbar: weniger Lärm, weniger Luftverschmutzung, weniger CO2-Ausstoß und mehr Lebensqualität. (1) Kommende Veranstaltungen finden sich auf Instagram unter @widerstands_kollektiv_ulm.
Sie kennen eine oder mehrere Stellen in Ulm, an denen es zu Fuß oder mit dem Fahrrad gefährlich ist und an denen Verbesserungspotential bestünde? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an ulm@widerstands-kollektiv.org.
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Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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