Ulm, 12.07.2025, 04 Uhr – Radweg und Tempo 30
In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Engagierte des Widerstands-Kollektivs zwischen Theater und Hauptbahnhof einen neuen Radweg und Fahrradpiktogramme gemalt. Außerdem sind über das Ulmer Stadtgebiet verteilt zahlreiche "Tempo 30 aufgehoben" und "KFZ-Verkehr frei" Schilder entfernt und das Gebiet somit als Tempo 30 Zone proklamiert.
"Die Olgastraße in Richtung Bahnhofsplatz ist eine der Hauptverkehrsachsen. Viele Kinder und Jugendliche fahren diese Strecke täglich Richtung Hauptbahnhof. Es gab hier viel zu wenige Markierungen, die das Radfahren sicher machen. Deshalb war ein Radweg an dieser Stelle notwendig." erklärt Tom vom Widerstands-Kollektiv Ulm die Aktion.
Im Jahr 2023 lag die globale Durchschnittstemperatur in 12 Monaten in Folge über 1.5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. [1] Die Klimakrise eskaliert vor unseren Augen und stark versiegelte Städte werden im Sommer gerade für alte und kranke Menschen zur Hitzefalle. Stellen wir uns Ulm als eine Stadt vor, in der Kinder draußen gefahrlos spielen können, in der Bäume statt Autos am Straßenrand stehen. Eben eine Stadt für Menschen, statt für Autos.
Neu-Ulm beispielsweise ist im Städteranking für den Fahrradklimatest des ADFC im vergangenen Jahr mit der Note 3,94 auf Platz 46 gelandet. [2] In der städtischen Mobilitätsplanung braucht es vor allem sichere Radrouten, mehr Stellplätze für Räder und ein gut ausgebautes Radwegenetz. [3] Auch in Ulm sind die Gefahrenstellen in der Innenstadt bekannt.
Die benötigten Maßnahmen für eine sozial-ökologische Verkehrswende können nicht länger warten, daher nehmen wir es jetzt selbst in die Hand! Das dies möglich ist, zeigt sich in vielen europäischen Städten, wie zum Beispiel in Freiburg, Kopenhagen, Paris, Amsterdam oder Groningen. [4]
"Lasst uns auch in Ulm Mehr Paris wagen. Mit der französischen Bürgermeisterin Anne Hidalogo hat sich in den letzten 10 Jahren eine komplette Transformation des Stadtbildes ergeben. Und die Menschen lieben es", so Lara vom Widerstands-Kollektiv Aschaffenburg, der zur Unterstützung angereist ist.
Darüber hinaus wurden im Stadgebiet verteilt viele Straßen fahrradfreundlicher gestaltet, indem die Engagierten kurzerhand Straßenschilder abnahmen, die den Autoverkehr bisher begünstigt haben, wie z.B. die Aufhebung von Tempo 30 oder Freifahrt für KFZ-Verkehr. Im Statdgebiet gilt damit nun großflächig Tempo 30, was für Radfahrende zu erhöhter Sichherheit führt.
Beide Aktionen fanden im Rahmen des Peak-Wochenendes des Widerstands-Kolletivs Ulm zur Radwegkampagne in Ulm statt. Das Programm begann am Freitag mit einer Critical Mass mit Start am Münsterplatz.
Sie kennen eine oder mehrere Stellen in Ulm, an denen es zu Fuß oder mit dem Fahrrad gefährlich ist und an denen Verbesserungspotential bestünde? Dann schreibt uns gerne eine E-Mail an ulm@widerstands-kollektiv.org.
Wir nehmen die Verkehrswende und den Klimaschutz selbst in die Hand.
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Das Widerstands-Kollektv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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Falls Sie Interesse an Hintergrundgesprächen und Interviews haben oder unseren Protest medial begleiten wollen, melden Sie sich gerne unter den angegebenen Pressekontakten. Weitere Infos zum Widerstands-Kollektv finden sie hier: www.widerstands-kollektv.org
Quellen:
[1] https://taz.de/EU-Klimadienst-Copernicus/!5991185/
[2] https://fahrradklima-test.adfc.de/fileadmin/BV/FKT/Download-Material/Ergebnisse_2024/Download-Element/Rankingliste_FKT_2024.pdf
[3] https://gruene-ulm.de/unsere-forderungen-fuer-sicheres-radeln-in-ulm-neu-ulm/
[4] https://www.instagram.com/p/DKETtowI22i/?hl=de&img_index=1