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München, 09.09.2025, 07:30 Uhr – Widerstands-Kollektiv blockiert direkt vor SUV-Verkaufs-Halle

Am frühen Dienstag morgen haben mehrere Unterstützer*innen des Widerstands-Kollektivs sowie weiterer Klimaschutzgruppen eine wichtige Zufahrtstraße zur IAA in München blockiert. 
Mit Hilfe von Sand und Sekundenkleber befestigten sich einige Personen an der Fahrbahn der Landshuter Allee am nördlichen Ende der Donnersberger Brücke, direkt vor einem sogenannten AMG-Center des Autoherstellers Mercedes. Die Donnersberger Brücke ist eine der großen Zufahrten zu den sogenannten Open Spaces der IAA, bei denen besonders umweltschädliche Fahrzeuge, wie etwa SUVs und Limousinen, zur Schau gestellt werden. Genau solche zerstörerischen Fahrzeuge werden in der AMG-Ausstellung am Blockade-Ort an der Donnersberger Brücke vermarktet.

"Dass wir die Zufahrt zur klimschädlichen Lobbyveranstaltung IAA mitten in der Münchner Innenstadt blockieren, ergibt total Sinn: Immerhin blockiert die IAA seit mittlerweile über einem Jahrhundert die längst überfällige Mobilitätswende." erklärt Ronja Künkler, Musikerin, die an der Aktion beteiligt ist.

Tatsächlich wirbt die diesjährige IAA unter dem Motto "It's all about mobility" wie bereits vor zwei Jahren intensiv mit Ausstellungen zu nachhaltiger Mobilität, wie beispielsweise der Präsentation eines neuen S-Bahn-Zugs. Diese Entwicklung wird von Umweltverbänden allerdings kritisch gesehen, da die Befürchtung besteht, dass es sich bei den Nachhaltigkeitsbemühungen der IAA lediglich um sogenanntes "Greenwashing" handelt, während weiterhin die fossile Mobilität, namentlich das Auto, im Vordergrund steht. [1]

Katja Schreiner, Pressesprecherin des Widerstands-Kollektivs, erläutert die Wahl des konkreten Blockade-Orts: "Die blockierte Straße im Westen Münchens steht symbolisch wie keine andere für die autozentrierte Politik, die unsere Zukunft zerstört. Denn hinter der Fassade des direkt neben der Blockade liegenden Gebäudes vermarktet der Autohersteller Mercedes seine besonders zerstörerischen AMG-Fahrzeuge. Diese übermotorisierten Stadtpanzer sind lebensgefährlich für Kinder und kosten dabei auch die Steuerzahler*innen besonders viel Geld!"

Tatsächlich zeigen Studien immer wieder, dass durch die Nutzung von SUVs mehr Fußgänger*innen bei Zusammenstößen sterben als dies bei Nutzung anderer Automodelle vorkommt. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Unfall SUVs Fußgänger*innen tödlich verletzen im Vergleich zum Durchschnittsauto um 44 Prozent. Kinder sind von SUVs besonders gefährdet: So steigt das Risiko einer tödlichen Verletzung bei einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und Kindern unter 10 Jahren bei Nutzung eines SUVs um 130 Prozent. [2]

Auch die angesprochenen Kosten lassen sich belegen: So kommen Studien immer wieder zu dem Ergebnis, dass Autofahren die deutschen Steuerzahler*innen besonders stark belastet. Eine Studie aus 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass jeder SUV den Staat über 5.000 Euro im Jahr kostet. [3]

Viele Verbände und Organisationen fordern seit Jahrzehnten eine sogenannte Mobilitätswende, die den Menschen anstelle des Autos in den Mittelpunkt stellt und nachhaltige Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn fördert.

Das Widerstands-Kollektiv beteiligt sich aktiv an der Mobilitätswende, indem es zukunftsfähige Infrastruktur selber macht. So wurden beispielsweise in den vergangenen Monaten insgesamt über 5 Kilometer neue Radwege selber gemalt und eine Vielzahl von Zebrastreifen angelegt.

Weitere Aktionen zur Umsetzung der Mobilitätswende durch das Widerstands-Kollektiv sind bereits in Planung.

Zur IAA sind Medienberichten zufolge etwa 8.000 Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz. Dabei rechnete das Präsidium der Münchner Polizei damit, dass keine Klebe-Aktionen stattfinden würden. [4]

Freundliche Grüße vom Presseteam des Widerstands-Kollektiv
Pressekontakt: Tel. 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org

Hochauflösende Fotos gleich unter: https://photos.widerstands-kollektiv.org/

[1] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/iaa-verkehr-fahrrad-mobilitaet-1.6184695
[2] https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/strassenverkehr-so-gefaehrlich-sind-unfaelle-mit-suvs
[3] https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/motor/autokosten-parkplaetze-strassenbau-umweltschaeden-so-teuer-sind-autos-fuer-die-gesellschaft/28030728.html
[4] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-iaa-polizei-sicherheit-li.3307780



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Das Widerstands-Kollektv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat. 

Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.

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