Ulm, 03.11.2025, 01:15 Uhr – Zebrastreifen pünktlich zum Schulstart.
Am frühen Montagmorgen legten Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs pünktlich zum Schulstart nach den Herbstferien in Baden-Württemberg einen Zebrastreifen in der Neuen Straße nahe der Spitalhofschule in Ulm an.
Diese Selbsthilfeaktion reiht sich in eine bundesweite Zebrastreifen-Initiative vom Widerstands-Kollektiv ein. In vielen Städten, u.a. in Berlin, Bremen und Karlsruhe wurden in den letzten Monaten bereits vermehrt Zebrastreifen angebracht. Engagierte malten Zebrastreifen, um die so dringend benötigte klima- und menschenschützende Verkehrswende voran zu bringen.
"In Ulm gibt es immer noch viel zu viele unsichere Stellen im Straßenverkehr, vor allem für zu Fußgehende und Radfahrende. Wir wollen das ändern und nehmen die Verkehrswende selbst mit in die Hand. Es braucht dringend eine städtische Infrastruktur, die diesen Menschen eine sichere Mobilität möglich macht ",
erklärt Marlon vom Widerstands-Kollektiv Ulm.
Der Zebrastreifen in der Neuen Straße nahe des Spielplatzes ist deswegen besonders wichtig, da er eine essentielle Verbindung zum Donauufer darstellt. Viele Schüler:innen nutzen diesen, um zu den Grünflächen oder dem Wasser zu kommen. Außerdem ist der nahegelegene Spielplatz bei gutem Wetter von Kinden mit ihren Eltern gut besucht.
„In der Ulmer Innenstadt wie bundesweit gilt der individuelle Automobilverkehr immer noch als Standard und darf selbstverständlich Raum einnehmen, während Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad benachteiligt werden. Wenig überraschend, dass die Zulassungszahlen von Autos einen Höchststand erreicht haben. Hier braucht es ein Umdenken und Infrastuktur, die den Umstieg auf nicht-motorisierte Fortbewegungsmittel erleichtern", fordert Anne vom Widerstands-Kollektiv Ulm.
Die Stadt Ulm nimmt am Fußverkehrs-Check des Landes Baden-Württemberg teil. Im Rahmen dessen gab es kürzlich eine Begehung mit 30 Menschen aus der Bürgerschaft, um die Problemstellen sichtbar zu machen und darüber zu diskutieren. "Schwieriges Pflaster in Ulm" titelt die SWP im Artikel vom 12.10. Bemängelt wurden bei der 2. Begehung unter anderem die oft fehlende Barrierefreiheit für Menschen im Rollstuhl in der Innenstadt, der Bereich vor dem Hauptbahnhof und das Eck am Parkhaus Sedelhöfe. [1]
Der Verein Fuss e.V. setzt sich ebenfalls für mehr Zebrastreifen ein. Auf der Webseite hebt der Verein die Vorteile hervor: einfach zu beachtende Regeln, kein Warten an roten Ampeln (also effizient, wenn niemand die Straße quert), und sie sind wesentlich kostengünstiger als Ampeln. [2]
Wir nehmen die so dringend gebrauchte soziale und ökologische Verkehrswende selbst in die Hand.
Sie kennen eine oder mehrere Stellen in Ulm, an denen es zu Fuß oder mit dem Fahrrad gefährlich ist und an denen Verbesserungspotential bestünde? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an ulm@widerstands-kollektiv.org.
Das nächste offene Treffen mit Küche für Alle in Ulm findet am 4. November 2025 um 18 Uhr statt. Treffpunkt ist vor der Stadtbibliothek. Gerne bei Instagram vorbeischauen unter: @widerstands_kollektiv_ulm.
[1] https://www.swp.de/lokales/ulm/ulmer-innenstadt-zu-fuss-oder-auf-rollen-schwierige-ecken-schwieriges-pflaster-78363102.html
[2] https://www.fuss-ev.de/alles-ueber-fussverkehr/wege-und-regeln/fahrbahnen-kreuzen/zebrastreifen/
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht weiterhin die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Sie versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selbst umsetzen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stilllegung klimaschädlicher Anlagen.
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Weitere Infos zum Widerstands-Kollektiv finden sie hier: www.widerstands-kollektiv.org