Hamburg, 04.11.2025 – Beetbike aufgestellt - in Gedenken an im Straßenverkehr getötete Fahrradfahrende - für eine Verkehrswende
Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs haben sich am 04.11.25 ein weiteres Mal für Klimaschutz- und Verkehrswendemaßnahmen engagiert. Sie parkten ein liebevoll gestaltetes Beetbike auf einem Parkplatz im Bahrenfelder Kirchenweg. Auch in dieser Straße ist ein fahrradfahrender Mensch durch den Autoverkehr tödlich verletzt worden.
Mit dem Beetbike gedenken wir den im Straßenverkehr getöteten Fahrradfahrenden.
„Die eskalierende Klimakrise zeigt die Dringlichkeit einer sozialen und ökologische Verkehrswende, ebenso die fast 3000 Verkehrstoten jährlich in der BRD. Doch die Verkehrspolitik räumt Autos nach wie vor Vorrang ein. In Hamburg sogar in Form von einem Parkplatzmoratorium, wie absurd ist das denn?“ (1)(2) fragt Katja Schreiner (58J.) vom Widerstands-Kollektiv und folgert: „Deswegen greifen wir zur Selbsthilfe und nehmen Verkehrswendemaßnahmen selbst in die Hand; dieses Mal in Form von einem Beetbike, mit dem wir Parkraum einnehmen und den getöteten Fahrradfahrenden gedenken."
Die Dominanz des individuellen Automobilverkehr bedroht das Leben von Menschen in mehrfacher Hinsicht: durch den Ressourcenverbrauch und die Abgase wird die Klimakatastrophe angeheizt, auf Straßen und Parkplätzen staut sich die Hitze (3), durch die legale motorisierte Gewalt werden Verkehrstote billigend in Kauf genommen. Dabei zeigen Städte wie Paris und Helsinki – es geht auch anders (4).
Zehn fahrradfahrende Menschen wurden in Hamburg 2024 im Verkehr getötet; seit Beginn dieses Jahres sind es schon elf. Die Verantwortung dafür wird gerne verwischt oder sogar den Opfern zugeschoben (5).
Johan (26 J.) Pflegefachkraft, vom Widerstands-Kollektiv hebt hervor: „Bei meiner Arbeit in der Klinik erlebe ich die Verletzungen in Folge von diesem rücksichtslosen Verkehrssystem. Wir brauchen keinen Schutz für Autoparkplätze, sondern bessere Bedingungen und mehr Sicherheit für Menschen, die sich zu Fuß, mit dem Fahrrad und per Bus und Bahn fortbewegen.“
Dazu der engagierte Widerstands-Gärtner Arne (28J.): „Die Autolobby sorgt dafür, dass Autos weiter den öffentlichen Raum beherrschen. Zum großen Schaden für Mensch und Natur. Wir schaffen Platz für Pflanzen, denn wir wollen eine Stadt für Menschen, nicht für Autos. Der Zukunftsentscheid hat gezeigt, dass Klimaschutz mehrheitsfähig ist, ohne ein Verkehrswende wird das nichts.“
In diesem Sinne freundliche Grüße vom Presseteam des Widerstandskollektivs
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Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.
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(1) https://www.zeit.de/2025/32/parkplatzmoratorium-hamburg-mobilitaetswende-verkehr-peter-tschentscher-anjes-tjarks
(2) https://www.abendblatt.de/hamburg/altona/article409460021/sorge-in-altona-hamburgs-parkplatz-moratorium-bremst-verkehrsprojekte-aus-1.html
(3) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/parkplaetze-klimaschutz-100.html
(4) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/helsinki-keine-verkehrstoten-100.html
(5) https://taz.de/Sichere-Radinfrastruktur/!6116896/