Karlsruhe, 19.11.2025, 07:45 Uhr – Waghalsiger Kletterprotest über Karlsruher Weihnachtsmarkt
Nachdem die Aktion des Widerstands-Kollektivs vergangenen Samstag (15.11.2025) durch ein Großaufgebot der Polizei verhindert wurde [1], folgt nun die große Überraschung: Die Gruppe hat es doch geschafft auf das Seil des Weihnachtsmanns zu klettern und hier ein großes Banner gegen die Kürzungen in der Kultur und im ÖPNV aufzuhängen. Daneben hängen sie ein KVV-Nextbike an einem scheinbar reißenden Seil.
Der Protest richtet sich gegen die geplanten Haushaltskürzungen, welche Kulturszene, ÖPNV und jetzt sogar das stadtweite Leihfarrad-Angebot von Nextbike existenziell gefährden.
Karlsruhe plant weitreichende Kürzungen
Betroffen sind Kulturförderungen, von welchen viele Einrichtungen abhängen, Straßenbahntaktungen, welche auf den meisten Linien deutlich niedriger werden, aber auch die Nextbike-Förderung, durch die Student*innen in Karlsruhe aktuell kostenfrei Leihfahrräder nutzen können.
Es regt sich Widerstand
Die Pläne des Gemeinderats erzeugen in Karlsruhe stadtweite Empörung. Es laufen mehrere Petitionen gegen die Pläne, so zum Beispiel auch eine der Karlsruher Studierendenvertretung AStA, um die Nextbike-Förderung zu erhalten [2]. „Nur ein breiter, vielfältiger Protest kann den Gemeinderat zur Einsicht bringen. Wir fordern deshalb alle Karlsruher*innen dazu auf, sich dem Widerstand anzuschließen, in der Luft und auf dem Boden“, sagt Paul Liebsch, einer der Hochseil-Aktivist*innen.
Die Kulturszene in Gefahr
„Noch hat der Gemeinderat die Möglichkeit, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und Kultur und ÖPNV in Karlsruhe in Sicherheit zu bringen. Bleibt die Politik jedoch bei ihrem Kurs, stürtzen sie in die Tiefe." sagt Julius Hamich, einer der Kletternden, der bereits bei der Besetzung der Platanen in der Kaiserstraße und am Staatstheater dabei war [3, 4].
Die angedachte Kürzung von 10% würde fast ein Drittel der kulturellen Einrichtungen in existentielle Not bringen. Sie wären das tragische Aus für mindestens 8 Einrichtungen: KOHI, Sau e.V., Sandkorn, tanzareal, dokka, Filmboard, PRIDE PICTURES und Kinemathek.
„Die Kulturszene trägt einen unersetzlichen Teil zur Vielfalt, Demokratie und Attraktivität Karlsruhes bei. Gerade angesichts gesellschaftlicher Krisen brauchen wir mehr Förderung ziviler Teilhabe. Es kann nicht sein, dass wir ausgerechnet während der COP30 die Weichen erneut auf fossile Zerstörung stellen – anstatt endlich Prioritäten für Demokratie und Klimaschutz zu setzen. Wir brauchen Kultur und ÖPNV, um uns vom Verbrennerzwang zu befreien und Emissionen einzusparen. Unsere Lebensgrundlagen hängen gemeinsam mit Kultur und Öffis am seidenen Faden'', so Moritz Borcherding, Pressesprecher des Widerstands-Kollektivs.
Weitere Fotos hier: https://www.speicherleck.de/iblech/stuff/.ka-w
Kontakt
+4915216468323
karlsruhe@widerstands-kollektiv.org
Quellen
[1] https://www.ka-news.de/karlsruhe/stadtgespraech/polizei-stoppt-kletteraktion-gegen-sparmassnahmen-der-stadt-karlsruhe-17-11-25-112792381
[2] https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-kvv-bikes
[3] https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/umweltaktivisten-besetzen-platanen-vor-dem-badischen-staatstheater-100.html
[4] https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/die-umweltschuetzer-haben-entschieden-sie-wollen-die-platanen-weiter-besetzen
Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.
Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht weiterhin die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Sie versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selbst umsetzen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stilllegung klimaschädlicher Anlagen.
heutiger Pressekontakt zur Aktion:
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