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Berlin, 12.09.2025, 01:00 Uhr – Widerstandskollektiv legt über 30 SUVs friedlich durch Linsen still

Engagierte Mitbürger:innen haben mit dem Widerstandskollektiv in der Nacht zum Freitag 30-40 SUVs in Berlin-Moabit friedlich stillgelegt und sich so Zerstörung und Gewalt in den Weg gestellt. Mittels kleinen Linsen in den Ventilen ließen sie die Luft aus Reifen von sehr großen Automodellen des Typs SUV (Sport Utility Vehicle). Sie hinterließen deutlich sichtbare Informationszettel [1], in denen sie die Aktion erklärten und deutlich machten, dass sie Luft aus einem der Reifen gelassen hatten.

SUVs sind in der Stadt aus mehreren Gründen schädlich. Sie sind für den Stadtverkehr vollkommen übermotorisiert und stoßen zu viele Schadstoffe aus. Sie sind zu schwer, was zu einem stärkeren Reifenabrieb, höherer Feinstaubbelastung und damit zu einer Gesundheitsbelastung aller führt. Durch ihre enorme Größe nehmen sie den Stadtbewohner:innen unnötig Platz weg. Zusammen mit ihrer hohen Motorhaube macht sie das außerdem gefährlich für Radfahrende und Fußgänger:innen – besonders Kinder.

„Erst vergangenen Sonntag hat ein Autofahrer in Berlin und Teltow einen Radfahrer mit einem SUV getötet und mehrere Fußgänger:innen verletzt. Auf der Straße bin ich als Radfahrer täglich der Gewalt durch Autos ausgesetzt, dagegen muss ich handeln, friedlich und entschlossen“, sagt Knut (37) vom Widerstandskollektiv [2]. Während es an sicheren Radwegen, verkehrsberuhigten Straßen und Zebrastreifen mangelt, kürzt der Senat radikal Mittel für die Verkehrssicherheit [3].

Den Menschen werden falsche Anreize gesetzt: auf der IAA Mobility in München werden immer größere Autos angepriesen, die Komfort und Luxus für die:den Einzelne:n bieten, während die Allgemeinheit das Risiko und den Schaden trägt. Die Stilllegung der SUVs in Berlin unterstützt den Widerstand, der diese Woche in München gegen die IAA und die Profitmaximierung der Autoindustrie auf die Straße getragen wird.

„Wir machen die Verkehrswende selber, ob in Berlin, Bremen oder München. Das bedeutet mehr Freiheit und Gleichheit, weil die Straßen dann wieder allen Menschen gehören, und jeder mit dem ÖPNV oder mit dem Rad an sein Ziel kommt“, sagt eine weitere Ehrenamtliche, während die Luft aus einem Reifen entweicht.

Quellen: 
[1] https://widerstands-kollektiv.org/sites/default/files/2025-03/STILLGELEGT-Text.pdf

[2] https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/09/unfall-auto-fussgaenger-radfahrer-berlin-teltow.html

[3] https://www.tagesspiegel.de/berlin/weniger-geld-fur-radwege-zebrastreifen-und-blitzer-berliner-senat-streicht-erneut-mittel-fur-die-verkehrssicherheit-14296214.html

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Das Widerstands-Kollektv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generaton gegründet hat. 

Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes.
Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratsche Krise. Es versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selber machen.
Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder Radwege gemalt gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen sollen Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt werden. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stillegung klimaschädlicher Anlagen oder das öffentliche Bloßstellen von klimaschädlichen Konzernen.

Pressekontakt:
Tel: 030 50930 4086
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Fotos zu dieser und weiteren Aktionen: photos.widerstands-kollektiv.org

Pressebegleitung:
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