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Karlsruhe, 21.08.2025, 15:30 Uhr – Am Donnerstag haben Ehrenamtliche des Widerstands-Kollektivs gehandelt: Sie ließen mittels kleiner roter Linsen, die sie in die Autoventile steckten, die Luft aus Reifen von SUVs (Sport Utility Vehicle) in der Karlsruher Weststadt. Sie hinterließen deutlich sichtbare Informationszettel (1) und Sticker, in denen sie die Aktion erklärten und deutlich machten, dass sie Luft aus einem der Reifen gelassen hatten und warum.

"Die Modelle des Typs SUV sind für den städtischen Raum eine Zumutung!"

"Die Modelle des Typs SUV sind für den städtischen Raum aus mehreren Gründen eine
Zumutung. Sie sind für die Straßenlage vollkommen übermotorisiert und stoßen viele
Schadstoffe aus." erklärt Sarah vom Widerstands-Kollektiv Karlsruhe.

Tatsächlich stehen die Fahrzeuge immer wieder in der Kritik: Durch ihr Gewicht haben sie einen stärkeren Reifenabrieb und erhöhen damit die Feinstaubbelastung massiv. Die hohe Motorhaube ist gefährlich für Radfahrende und FußgängerInnen (2) – besonders Kinder. Die Zahl der Kinder, die im Straßenverkehr
verletzt oder getötet werden steigt seit drei Jahren wieder an (1). Dies passt zu der rasant steigenden Zahl von Neuzulassungen von SUVs (4).

Kinder im Grundschulalter sind von dieser Art Fahrzeug besonders gefährdet. "Wir sollten endlich den urbanen Raum für Kinder sicherer gestalten. Alle 19 Minuten wir ein Kind laut statistischem Bundesamt im Straßenverkehr verletzt oder getötet." erklärt Sarah weiter. 

Deswegen wurden heute Fahrzeuge, die für Mensch und Klima gefährlich sind aus dem
Verkauf genommen. Diese Aktion ist Teil der Aktionstage „IAA abschaffen – der IAA die
Luft rauslassen!“
Das Widerstands-Kollektiv lädt mit anderen Klimagruppen gemeinsam dazu auf, gegen die
IAA, die Anfang September stattfindet, zu protestieren.
Die Internationale Automobilausstellung inszeniert sich als Zukunftsmesse – aber sie steht
sinnbildlich für eine alte, zerstörerische Logik: Wachstum um jeden Preis, auch wenn
Menschen im globalen Süden ausgebeutet, Lebensräume zerstört und Menschenrechte
verletzt werden.

Die Internationale Automobilausstellung feiert sich als Hightech- und Klimaschau, aber sie
steht für die Zerstörung von Gegenwart und Zukunft.
Automobilhersteller betreiben dort massives Greenwashing (3): Mit grünem Marketing und
Nachhaltigkeitsrhetorik soll der Eindruck erweckt werden, die Industrie sei Teil der Lösung.
In Wirklichkeit aber bleibt das Grundproblem bestehen: Eine auf Autos zentrierte
Infrastruktur, die unsere Städte zerstört, Klima kippt und soziale Ungleichheit verschärft.
Eine Sprecherin vor Ort sagte: „Eine echte Mobilitätswende braucht kein neues Auto,
sondern eine neue Vorstellung davon, wie wir uns fortbewegen – solidarisch,
ökologisch und gerecht.“

Pressekontakt: Tel. 030 50930 4086
presse@widerstands-kollektiv.org

(1) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kinder-verkehr-unfaelle-102.html
(2) https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/unfallstatistik-radfahrer-100.html
(3) https://www.iaa-mobility.com/de/besucher/iaa-formate-2025/gogreen-klimaschutz
(4) https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/suv-neuzulassungen-deutschland-
2025-daten-zahlen/
(5) https://www.spiegel.de/auto/helsinki-finnland-kein-verkehrstoter-in-einem-ganzen-
jahr-a-98114c82-40b0-4014-84a8-97e1425305f7

Das Widerstands-Kollektiv ist eine Gerechtigkeits-Bewegung, die sich Ende Februar 2025 als eines der beiden Nachfolge-Projekte aus der Letzten Generation gegründet hat.

Im Fokus des Widerstands-Kollektivs steht weiterhin die Notwendigkeit gerechten Klimaschutzes. Das Projekt sieht die Klimakatastrophe als eine soziale, ökologische und demokratische Krise. Sie versucht jedoch nicht mehr, Druck auf eine Regierung auszuüben, die sich in den vergangenen Jahren als unfähig (oder unwillig) erwiesen hat, sondern wird gerechten Klimaschutz selbst umsetzen. 

Das Widerstands-Kollektiv setzt überall dort an, wo sich Zerstörungen und Ungerechtigkeiten abspielen. Dafür werden verschiedene Protestformen genutzt. Beispielsweise werden Parkplätze in Grünflächen umgewandelt oder der ÖPNV kostenlos gemacht. Außerdem nimmt die Gruppe diejenigen, die sich an der Zerstörung bereichern, in die öffentliche Verantwortung. Durch ungehorsame Versammlungen werden Konzernzentralen, Flughäfen oder Baustellen besetzt. Umweltschäden werden direkt verhindert, etwa durch die Stilllegung klimaschädlicher Anlagen.